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Piraten fordern Ausweitung der Notbetreuung

Kind mit Schutzmaske

KiTas bleiben weiterhin geschlossen. Schulen bieten für die Jüngsten noch keinen Unterricht an. Eltern und Kinder sind rund um die Uhr zusammen. Dabei läuft in vielen Familien längst nicht mehr alles rund. Bei Familien, die ohnehin in prekären Situationen leben, verschlechtert sich die Situation dramatisch.

Ausweitung soweit dies sicher möglich ist

Die Wittener Piratenfraktion fordert daher die Aufnahme von Kindern in die Notbetreuung, wenn dies ihre Eltern wünschen und soweit dies mit den notwendigen Sicherheitsmaßnahmen für den Infektionsschutz möglich ist. Die Eltern haben sich dazu nicht zu rechtfertigen.

„Die Ausweitung muss möglichst zügig erfolgen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist! Die psychische Belastung in vielen Familien ist derzeit so hoch, dass es Eltern vielfach nicht mehr schaffen werden, sich vor den Ämtern zu rechtfertigen. Daher muss die Schwelle für den Zugang zu den Betreuungsangeboten möglichst niedrig sein.“

so Werner Segschneider, Psychiater und sachkundiger Bürger im Jugendhilfe- und Schulausschuss für die Piratenfraktion.

„Das Ziel muss sein, möglichst viele Kinder wieder in die Schulen und KiTas zu bekommen und bis dahin zumindest die Notbetreuung auszuweiten. Voraussetzung dafür ist aber mehr Unterstützung der Einrichtungen und Schulen dabei, den notwendigen Infektionsschutz garantieren zu können!“

ergänzt Ratsmitglied Stefan Borggraefe, der Segschneider im JuSchu vertritt.

Anfrage an die Verwaltung

Seitens der Piratenfraktion ist der Stadtverwaltung eine Anfrage zur Situation der Notbetreuung in Witten zugestellt worden.

Sehr geehrte Frau Leidemann,

am 16.04.2020 ist seitens der Politik klargestellt worden, dass eine Öffnung der Schulen für alle Schülerinnen und Schüler nicht vor Mitte Mai 2020 zu erwarten ist, – keine einfache Situation für Schülerinnen und Schüler, denen die Schule Struktur und Halt gibt.

Insbesondere Kinder und Jugendliche aus problematischen Familienverhältnissen und/oder mit schweren Entwicklungsstörungen (L S E) bedürfen Tagesstrukturierung, soziale Kontakte sowie baldige Fortführung sonderpädagogischer Förderung.

Aus psychiatrischer Sicht und aus Sicht der Piratenfraktion ist für diese Zielgruppe eine unmittelbare Notbetreuung, d.h. persönlicher Kontakt und Gespräche mit den Kindern und Jugendlichen notwendig sowie oft zusätzlich mit dem familiären Umfeld geboten.

Uns ist bekannt, dass seitens des Jugendamtes der Stadt Witten die Notwendigkeit einer Notbetreuung für gefährdete Kinder unter den derzeitigen Corona-Bedingungen als dringlich gesehen und Möglichkeiten geprüft werden.

Die folgenden Fragen beziehen sich auf Kinder und Jugendliche, denen eine
Inklusionsassistenz zuerkannt ist:

  1. Welche Anbieter/Träger sind seitens der Stadt Witten für die Durchführung der Notbetreuung angefragt / ggfs. bereits beauftragt worden?
  2. Welche Anbieter/Träger bieten dazu ihre Dienste mit welchen Konzepten an?
  3. Sind aus fachlicher Sicht des Jugendamtes deren Konzepte geeignet? Unter Corona-Schutzmaßnahmen ist naheliegend, dass Anbieter/Träger eine mittelbare Notbetreuung per Telefon und Homeoffice anbieten. Aber lässt sich in dieser Form die erforderliche Hilfe leisten?
  4. Wird zu Entscheidungen der Kostenübernahme für jeden Einzelfall ein Hilfeplan des Anbieter/Träger eingefordert aus dem fachlich begründet hervorgeht, ob und inwieweit das betreffende Kind/Jugendliche von Inhalt und Form der angebotenen Notbetreuung profitiert?
  5. Welche Kostenträger kommen für die Notbetreuung in Frage?
  6. Welche Kostenträger haben sich bisher zur Kostenübernahme der Fortführung der Inklusionshilfen – unter den derzeitigen Corona – Bedingungen bereit erklärt?
  7. Umgangssprachlich unterscheidet man hinsichtlich Kostenübernahme der Inklusionsassistenz zwischen „Jugendamtskinder“ und „Stadtkinder“. Drohen „Stadtkinder“ hintenüber zu fallen, da für „Stadtkinder“ nicht das Jugendamt Kostenträger der Inklusionshilfen ist?
  8. Inwieweit bieten gegenwärtig SGA/Soziale Gruppenarbeit und KJH FLOW GmbH (mit 24h Rufbereitschaft) ihre Dienste an?

Vielen Dank für die Beantwortung unserer Fragen und viele Grüße,

Werner Segschneider (Sachkundiger Bürger im Jugendhilfe- und Schulausschuss)
Roland Löpke (Fraktionsvorsitzender PIRATEN)

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