Ich höre immer Open Data. Was hat es damit auf sich?

In diesem Monat gehen vier Anträge von uns in Ausschüsse und den Rat die für mehr „Open Data“ sorgen sollen. Zeit für Aufklärung

Was bedeutet Open Data?

Der Begriff Open Data bezeichnet die freie Verfügbarkeit von öffentlichen Daten. Die unter einer Open-Data-Lizenz veröffentlichten Daten können zum Wohle der Allgemeinheit von allen Menschen genutzt werden.

Es gibt zahlreiche Beispiele, die zeigen, wie offene Daten einen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Mehrwert schaffen. Die Spannweite von möglichen Anwendungen ist sehr breit. Der Erfinder des World Wide Web, Tim Berners-Lee, zeigte viele davon in einem fünf-minütigen Redebeitrag während der Innovationskonferenz TED (englisch, deutsche Untertitel verfügbar). Die Bundeszentrale für politische Bildung zeigt ebenfalls mehrere Beispiele, welche von der Kontrolle der Arbeit amerikanischer Kongressabgeordneter bis zu Baustellenmeldungen in deutschen Kommunen reichen.

Warum soll die Stadt Witten öffentliche Daten als Open Data verfügbar zu machen?

Symbolbild Transparenz

Open Data sorgt für mehr Transparenz!

Daten, die durch die Stadt Witten erzeugt wurden, wurden letztlich durch den Einsatz von Steuergeldern erzeugt. Sie sollten daher möglichst auch für die Allgemeinheit gut nutzbar verfügbar gemacht werden. Die Bürger haben unserer Meinung nach einen Anspruch auf diese Daten und auf eine transparente Verwaltung! Wir wollen durch unsere Anträge zum Thema letztlich auch einen Kulturwandel in der Verwaltung anstoßen. Die Mitarbeiter sollen am besten das Thema Open Data im Hinterkopf haben, sich dafür begeistern und selbst Daten zur Veröffentlichung vorschlagen. Weiterhin soll es für die Bürger eine Ansprechpartnerin geschaffen werden, um Daten als Open Data anzufordern.

Verfügbare offene Daten über die Stadt Witten könnten beispielsweise in Programmierprojekten in Schulen genutzt werden. So können die Schülerinnen und Schüler beim Programmieren auch mehr über ihre Heimatstadt lernen. Projekte in der Wittener Gründerszene könnten mehr Bezug zu Witten erhalten, wenn die Stadt eine Open-Data-Strategie verfolgt und entsprechend viele nutzbare offene Daten verfügbar werden. Denkbar ist beispielsweise auch die Veranstaltung eines durch die Stadt Witten initiierten Programmierwettbewerbs, wenn der offene Datenbestand ausreichend umfangreich geworden ist. Auf dieses Weise können ganz neue, innovative Anwendungen auf Basis von verfügbar gemachten Daten entstehen, für die die Stadt selbst niemals die notwendigen Kapazitäten hätte.

Wird das nicht schon längst gemacht?

Derzeit werden die wenigen Open-Data-Datensätze der Stadt Witten nur schwer auffindbar auf einer Webseite zur Verfügung gestellt. Diese Daten können in dieser Form nicht vom zentralen Open-Data-Portal des Landes NRW automatisiert erfasst werden. Dies hat zur Folge, dass sie auch nicht zum Open-Data-Portal auf Bundesebene weiter gegeben werden und dort ebenfalls nicht auffindbar sind. „Das geht besser!“, haben wir uns gedacht und einige Anträge zu dem Thema auf den Weg gebracht.

Unsere Anträge für Open Data für Witten

Mit dem Antrag „Informationen zur Barrierefreiheit als Open Data veröffentlichen“ wollen wir erreichen, dass die Stadt Witten alle für sie verfügbaren Daten bezüglich Barrierefreiheit als Open Data veröffentlicht. Zusätzlich solle es für diese Daten eine explizite Nutzungserlaubnis für OpenStreetMap geben. Dieser Antrag hat bereits im Ausschuss für Soziales am 9. November einstimmige Zustimmung gefunden, so dass wir guter Dinge für die Ratssitzung am 28. November sind.

SPD und CDU fordern mit einem Antrag die Verwaltung auf zu prüfen, an welchen Stellen im Stadtgebiet schon Defibrillatoren für ihren lebensrettenden Einsatz bereitgehalten werden. Geklärt werden soll dabei auch die Frage, in welcher Form auf diese Defis hingewiesen wird und ob diese Standorte in Defi-Apps eingebunden werden können. Der Antrag fordert also lediglich, dass bestimmten Software-Anbietern die Daten verfügbar gemacht werden.

Mit unserem Änderungsantrag „Open Data“ wollen wir sicherstellen, dass die ermittelten Daten von der Öffentlichkeit dauerhaft und von allen Menschen genutzt werden können. Dies wird durch die Veröffentlichung unter einer Open-Data-Lizenz und einer Nutzungserlaubnis für OpenStreetMap möglich.

Wir begrüßen ausdrücklich die bisherigen Aktivitäten der Stadt Witten, Daten als Open Data verfügbar zu machen. Dies umfasst bereits Daten über den Haushalt der Stadt und aus dem statistischen Jahrbuch. Wir fordern mit dem Antrag Open Data für Witten  die von der Stadt Witten veröffentlichten Open-Data-Datensätze möglichst effizient und nachhaltig derart zu veröffentlichen, dass sie automatisch vom zentralen Open-Data-Portal Open.NRW des Landes Nordrhein Westfalen erfasst werden können. So bleibt nicht alles Stückwerk und die Nutzbarkeit der Daten wird erheblich verbessert.

Weiterhin soll eine feste Ansprechpartnerin geschaffen und bekannt gemacht werde, die zuständig ist, wenn jemand bestimmte öffentliche Daten als Open Data anfordern möchte.


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