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Informierte Wittener.innen unerwünscht?

Eine Sitzung im Wittener Ratssaal – Eindrücke von ‚der letzten Bank‘

Mehrere Schwimmflügel in einem Korb vor einem Schwimmbecken.
Ratssaal Witten: Akustik wie im Hallenbad, Lizenz: Vereinfachte Pixabay Lizenz
Portraitfoto von Tina Gambalat
Tina Gambalat

Vorweg: Es ist ganz wunderbar einer Sitzung in unserem schönen Witten beizuwohnen, hat man doch endlich mal Zeit sein E-Mail-Fach aufzuräumen, den neuesten Klatsch auf Facebook zu begutachten oder schlichtweg ein Nickerchen zu halten.

Akustik wie im Hallenbad

Denn auch wenn zu manchem Termin inzwischen eine externe Firma für immerhin ein wenig besseren Klang sorgt, versteht man in allen übrigen leider oft nur Bahnhof.

Warum?

Na, weil die Akustik nach wie vor einem Hallenbad ähnelt, es fehlen eigentlich nur noch die Schwimmflügel.

Wenn dazu die optischen, an die Wand geworfenen Anregungen noch hübsch klein oder gar in ansprechendem hellgrün sind, hat man auch nichts zu sehen. Die Thematik entzieht sich also mehr oder minder recht konsequent dem ja eigentlich willigen Betrachter, der zusätzlich gern noch andächtig lauschen würde.

Dass das Mitschreiben für Manche mittlerweile verboten ist, macht – zumindest für den Besucher – gar nichts aus. Man wüsste ja auch gar nicht, was überhaupt notieren. Aber Rats-TV, das wäre wirklich ein dolles Ding. Zumindest, wenn der Ton ordentlich mitgeschnitten würde.

So könnte man – live oder sogar zeitversetzt – vielleicht doch noch erfahren, um was es denn eigentlich ging. Und das sogar ganz bequem auf dem heimischen Sofa, so ganz ohne Nackenschmerzen, weil man ja in der Sitzung doch immer wieder verzweifelt versucht mittels Hals verrenken am Thema teilzuhaben.

Informierte Wittener.innen unerwünscht?

Wenn man die Umstände mal gesammelt betrachtet, sprich: kein Rats-TV, keine Notizen oder Tonaufnahmen, live kaum etwas zu verstehen, die Optik sehr klein gehalten, ja dann beschleicht einen doch irgendwie ein klein wenig das Gefühl, dass ein informierter Bürger in Witten unerwünscht sein könnte, wird er doch indirekt gleich wieder in die Flucht geschlagen.

Ein Schelm, der hier vermutet, es könnte vielleicht Kalkül dahinter stecken – aber so wollen wir ja nicht denken.

Oder?

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