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CDU schürt Angst und gefühlte Unsicherheit in Witten

Buchhandlung Lehmkul in Witten
Buchhandlung Lehmkul in Witten
Bereits wieder repariertes Schaufenster der Buchhandlung Lehmkul

Die Piratenfraktion und Bürgermeisterkandidat Stefan Borggraefe kritisieren den Umgang der CDU mit einer zerbrochenen Scheibe bei der Buchhandlung Lehmkul am Wittener Rathausplatz. CDU-Mitglieder haben zufällig beobachtet, wie Jugendliche angeblich im Vollsprint in die Scheibe sprangen. Für die CDU ist der Fall klar: es handelt sich um eine absichtliche Zerstörung und es müssen mehr Polizei und Ordnungsamt her. Einfache Videoüberwachung reiche da nicht mehr aus, so der Bürgermeisterkandidat der CDU, Lars König, in einem Posting mit dem Hashtag #kommunalwahl.

Verunglücktes Wettrennen statt vorsätzliche Sachbeschädigung

Ein wenig später im Internet aufgetauchtes Video passte schon nicht mehr so gut zu dieser von Anfang an merkwürdig anmutenden Erzählung. Dieses Video zeigt vielmehr, dass zwei Jugendliche ein Wettrennen in Richtung Buchhandlung machen und sich dann anscheinend beim Bremsen vor der Buchhandlung verschätzen.

Mehr Zusammenhalt statt „Wir-gegen-Die“!

„Lars König zieht voreilige Schlüsse, so dass die Geschichte zu seiner Law-&-Order-Ideologie passt. Unter seinem Facebook-Posting lässt er rassistische Kommentare und Aufrufe zur Selbstjustiz stehen. Er selbst bezeichnet die Jugendlichen in einem eigenen Kommentar entmenschlichend als ‚Rudel‘. So wird ein ‚ Wir-gegen-Die‘-Gefühl erzeugt. Wir brauchen stattdessen mehr Zusammenhalt und Verständnis für die zu Grunde liegenden Probleme! Nicht eine kaputte Scheibe sorgt für Angst und gefühlte Unsicherheit, sondern das Aufbauschen solcher Ereignisse durch Lars König und die CDU für ihren Wahlkampf.“

so Stefan Borggraefe.

Die Inhaberin der Buchhandlung Lehmkul hat inzwischen ein Gespräch mit den Jugendlichen führen können und eine Entschuldigung von einem sehr zerknirschten „Täter“ für das verunglückte Wettrennen und die dadurch zu Bruch gegangene Scheibe erhalten. Er wird demnächst wohl im Laden helfen, um das schlechte Gewissen ein wenig abzuarbeiten. Diese Art der Problemlösung ist wesentlich menschlicher und angemessener als das Theater, welches die CDU veranstaltet und welches leider auch noch dankbar von der so genannten Alternative aufgenommen wurde.

Stefan Borggraefe, Ratsmitglied und Bürgermeisterkandidat

Forderungen der CDU gehen an den Problemen vorbei

Die Zerstörung der Scheibe und die Forderungen der CDU nach einer Stärkung der Ordnungsmacht fallen auch noch ausgerechnet in eine Zeit, zu der gerade das Projekt „Sichere Innenstadt Witten“ im vollen Gange ist und deshalb Ordnungsamt und Polizei bereits deutlich präsenter sind. Diese Tatsache und die sich positiv entwickelnde Kriminalstatistik für Witten zeigen, dass diese Forderungen an den Problemen vorbei gehen.

Mehr Jugendarbeit statt mehr Repressionen

„Natürlich darf man Vandalismusschäden am Rathausplatz und anderswo auch nicht verharmlosen. Wenn der Staat strafend einschreiten muss, ist das Kind aber längst in den Brunnen gefallen. Wir haben in Witten keine Schwäche von Polizei und Ordnungsamt, sondern ein überlastetes Jugendamt und zu wenig aufsuchende Jugendarbeit! Wir brauchen nicht mehr Repression, sondern mehr Plätze, an denen sich junge Menschen treffen dürfen, ohne dass gleich beim ersten Geräusch die Polizei auf den Plan gerufen wird!“

meint Stefan Borggraefe.

Die Piratenfraktion Witten war im Jugendhilfe- und Schulausschuss am 4. Juni mit einem Antrag erfolgreich, der die Stadtverwaltung beauftragt, Orte für überdachte Außentreffpunkte in der Innenstadt zu finden und zu prüfen. Für Annen soll außerdem eine entsprechende Erweiterung des schon bestehenden Treffpunkts am Steinbruch Imberg geprüft werden. Ein Antrag der Piraten zur Einführung von Streetworkern in Witten ist in der Vergangenheit dagegen unter anderem am Widerstand von SPD und CDU gescheitert.

Um die tatsächlich existierenden Probleme in der Stadt lösen zu können, brauchen wir kein unangemessenes Aufbauschen für Wahlkampfzwecke und erst recht keine Angstmacherei, sondern wir müssen sie sachlich analysieren, richtig einordnen und ernsthaft angehen! Wir dürfen keine Fronten weiter aufbauen und Vorurteile bestärken, sondern müssen noch viel mehr miteinander reden!

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